|
|
|
|
Bereits
in der Jungsteinzeit, vor etwa 5.000 Jahren, lebten beiderseits der Mosel in
der heutigen Stadtgemarkung Menschen. Bodenfunde
(zu sehen im Mittel-Mosel-Museum) sind Zeugen einer frühen Besiedlung, wie
auch das Kultmal Wildstein aus der späten Steinzeit.
Der keltische Namen Traven (Traben) weist – wie auch zahlreiche Funde
- auf Verkehr, Siedlung und Traubenwirtschaft seit über 2.000 Jahren hin,
Flurnamen, ein Kaltbad in Traben sowie reiche Kellerfunde in Trarbach zeugen
von römischer Hochblüte vor 1.600 Jahren.
Kaiser
Ludwig der Fromme schenkte während seiner Regierungszeit zwischen 814 und 840
sein Trabener Hofgut an das Münster zu Aachen (Aacher Hof).
In diese Zeit fällt die erste urkundliche Erwähnung Trabens.
Auf
die am Bachlauf des heutigen Kautenbaches orientierte Siedlung "Travendrebach"
(heute Trarbach) wird erstmals 1144 hingewiesen.
Als
im kleinräumigen Mittelalter die Einflüsse von Kurtrier und Koblenz an der
Mittelmosel verebbten, drangen die Reichsgrafen von Sponheim
-Kleinfürsten von Nahe und Hunsrück - in diese Gegend vor. Um 1125
ließen sie sich an der Mosel belegen und errichteten zum Ende des gleichen
Jahrhunderts die Starkenburg, zwischen Enkirch und Trarbach gelegen, um 1350
die Grevenburg. Zuvor wurde bereits das verkehrsgünstig gelegene Trarbach um
1250 befestigt und zur Stadt erhoben, wie es das Siegel (der "Universitas
Travenbach") als eines der ältesten zeigt, bzw. der "Communitas
Travene et Traynrebach" (Stadtturm).
Nach dem Tode des letzten Sponheimer Grafen 1437 ließen dessen
oberrheinische Erben - Baden und Pfalz - die hintere Grafschaft Sponheim mit
etwa 120 Orten vom "Oberamt Trarbach" gemeinschaftlich bis zur
Franz. Revolution verwalten und
führten 1537 die Reformation ein. Besonders
Trarbach erwarb sich von 1630 bis 1734 traurigen Kriegsruhm im Völkerringen
um das zersplitterte Rheinland.
Im
18. und 19.Jahrhundert zerstörten Stadtbrände die meisten Kleinode
altbürgerlicher Baukunst. Herauszustellen sind hierbei die Großbrände 1857
in Trarbach und 1879 in Traben. Nach dem Bau der ersten Moselbrücke 1,899 erfolgte 1904 der
freiwillige Zusammenschluss von Traben und Trarbach zur Doppelstadt.
Im Zuge der Kommunalreform wurden 1969, die Nachbarorte Wolf und
Kautenbach eingemeindet und Traben-Trarbach Verwaltungssitz der gleichnamigen
Verbandsgemeinde mit den Moselorten Enkirch, Burg, Starkenburg sowie den
Hunsrückgemeinden Irmenach und Lötzbeuren.
Die Doppelstadt verdankt ihre Bedeutung nicht nur als einstige und
jetzige Verwaltungsspitze, sondern auch ihrem führenden Weinhandel, ihrer
Thermalheilquelle Bad Wildstein und einer bedeutenden wehrdienstlichen
Spitzenbehörde (Amt für Wehrgeophysik).
Die reizvolle Lage inmitten landschaftlicher Schönheiten, verbunden
mit einem vielfältigen Freizeit- und Urlaubsangebot haben die Wein-und
Kurstadt Traben-Trarbach im moselländischen Tourismus einen wichtigen Platz
gesichert. Geistiges Gewicht
gaben ihr die einstige Lateinschule, der Vorläufer des heutigen Gymnasiums,
das Schulzentrum mit Haupt- und Realschule, das Mittel-Mosel-Museum und das
lkonen-Zentrum.
Sehenswertes
Trarbachs Stadtbild im engen Tälerstern wird malerisch von seiner gotischen
Kirchengruppe (1330) auf "Kästel" mit Lateinschule (1395/1573)
überragt, von hier aus zieht sich die alte Stadtmauer mit Pforte zum Friedhof
steil hinunter zur "Stadtmühle" (1687 Mühle für die franz.
Festung Mont Royal). Auf
der anderen Seite führte die Stadtmauer hinab ins Schottbachtat zum
ehemaligen Rittersaal (1364), dem weithin größten weltlichen Altsaal mit
gotischem Kapellenerker. Im
Stadtkern erhielten sich an der von den Stadtbränden verschonten Moselfront
und Umgebung zwei Patrizierbauten: die feine Rokokofront vom Haus Kayser in
der Moselstraße und der stattliche Barockbau Böcking, heute Mittelmosel-
Museum. Als überörtliche Sehenswürdigkeit weist es verschiedenartige und
umfangreiche Sammlungen aus Geschichte, Wohn- und Weinkultur auf.
Das
"Lebende Ikonen-Zentrum" im Stadtteil Kautenbach (4 km von Trarbach)
will kein Museum und keine Ausstellung im üblichen Sinne sein, sondern hier
findet der Besucher Gelegenheit, über die Quellen, das Wesen und den Sinn der
lkonen nachzudenken.
Auf
der Trabener Seite beeindrucken an der Brücke das stattliche Postamt
und die hohe Baugruppe Lorettahaus mit heimatkundlichen Erinnerungen.
Nicht zu übersehen die evangelische Peterskirche (1007) und die
neuromanische Peter und Paul-Kirche (1911), Sehenswerte Fachwerkbauten finden
wir neben der "Alten Ratsschänke" (1674) u.a. auch in Rißbach und
Litzig (1580-1757), beiderseits ausgangs Traben.
Dem
Jugendstil in Traben-Trarbach muss an dieser Stelle eine besondere Erwähnung
gestattet sein, denn kein anderer Ort in der Moselregion verfügt über eine
solche Zahl prachtvoller Jugendstilbauten und Bauelementen wie die
Doppelstadt. Ende des 19.
Jahrhunderts setzte eine rege Bautätigkeit ein, welche mit dem
wirtschaftlichen Aufschwung der beiden Orte Traben und Trarbach einherging.
(Bahnbau, Neubau öffentlicher Gebäude u.a.). Im Zuge des Brückenbaues
1898/99 wurde der Entwurf des weitbekannten Architekten Prof.
Bruno Möhring/Berlin verwirklicht.
Mit dem Brückentor auf der Trarbacher Seite schuf Möhring der Stadt
ein besonderes Wahrzeichen.
Weitere klassische Jugendstilbauten Möhrings, welche vor allem diese
Stilrichtung im Innenausbau präsentieren, sind in Traben am Moselufer die
Villa Nollen, das Hotel Bellevue und die Villa Huesgen, in Trarbach die ehem.
Weinhandelskellerei Kayser, Anbau am "Kurhaus Wildstein" im
Kurpark in der Wildbadstraße und in der Nähe das ehem.
Gebäude der Trarbacher Felsenquelle,n icht zuletzt ein Geschäftshaus
in der Brückenstraße-heute im Besitz der Firma Petermann.
Zahlreiche
Jugendstilelemente an Haus- und Hoftoren, Grundstückzäunen,
Inneneinrichtungen sind neben den genannten Bauten heute mehr denn je Zeugen
einer architektonischen Stilrichtung, welche zunehmend den Betrachter
begeistert.
Im
Stadtteil Wolf (3 km oberhalb am rechten Ufer) zieren malerisch gut erhaltene
und restaurierte Fachwerkhäuser die Dorfstraßen rund um die Pfarrkirche
(1685) mit romanisch-gotischen Kapitellen an der "Schaffnei" (1792).
Das Gotteshaus steht auf dem Weinkeller des Kirchengutes - eine
Kuriosität besonderer Art.
Burgen
Starkenburg,
einst Stammsitz der Grafen von Sponheim, krönt das Rundbild Traben-Trarbachs
im Osten. Am Fuß der früh
verfallenen Höhenburg (220 Meter über der Mosel) hat man einen weiten und
beeindruckenden Überblick über die Landschaft bis in die Eifelberge.
Die
Grevenburg, 110 Meter über Trarbach, um 1350 erbaut und um 1687 stark
befestigt. In den europäischen
Kriegswirren zwischen 1620 und 1734 wechselte die Burg dreizehn Mal den
Besitzer, erlag 6 Belagerungen und wurde 7 mal zerstört, 1734 endgültig.
Heute künden nur noch wenige Ruinen mit dem einzigen erhaltenen und
restaurierten Giebel als Wahrzeichen von ihrer einstigen Stattlichkeit, ein
beliebter Aussichtspunkt mit Gasthaus - oft und gerne besucht.
Modell, Zeichnungen und Urkunden finden sich im Mittel-Mosel-Museum.
Festung
Mont Royal. Einst
Versorgungsfestung Ludwig XIV. von Frankreich; von dessen Baumeister Vauban
erbaut in der Zeit der Reunionen 1688 bis 1698 auf dem Trabener Halbinselberg.
Zur Sicherung der franz. linksrheinischen Machtpositionen gehörte
diese "Real"-Festung zur größten Anlage ihrer Art in Europa.
Trotz Fronarbeit verschlang die gewaltige Anlage Unsummen.
Frankreich konnte eine langfristige Finanzierung nicht aufbringen.
Der Gegendruck des verbündeten Europas fand im Frieden von Ryswick
1697 seinen Abschluss. Straßburg
wurde gegen Mont Royal getauscht. Nach
Räumung der Festung schleiften 1698 die Franzosen die Anlage. In den Jahren 1929 bis 1939 wurden durch Heimatforscher Dr.
Spies† umfangreiche Ausgrabungen durchgeführt, welche noch heute zu
besichtigen sind. Pläne und
Skizzen befinden sich im Mittel-Mosel-Museum.
Wolfer
Bergkloster. Anfänglich auf
alter Kultstätte mit einer Bergkirche um 950 errichtet.
Der heutige Ruinenturm stammt aus dem 12.
Jahrhundert, Hallen- und Chorrest aus der Gotik. Ab
1478 wirkten hier die "Goldenen Brüder vom gemeinsamen Leben", nach
ihren hohen Spitzhüten "Kogelherren" genannt.
Nach der Reformation Abwanderung und Verfall der Baulichkeiten. Ein Spaziergang zum "Kloster" ist alleine schon
wegen der herrlichen Ausblicke auf die Mosellandschaft lohnenswert.
|
|